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<title>Stillgewässer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Stillgewässer</span></h1>
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<p><b>Stillgewässer</b> (auch <b>Standgewässer</b>, <b>Stehgewässer</b> oder <b>stehende Gewässer</b>) sind natürliche oder künstlich geschaffene <a href="Gew%C3%A4sser" title="Gewässer">Gewässer</a>, in denen keine oder nur eine geringfügige <a href="Flie%C3%9Fgeschwindigkeit" class="mw-redirect" title="Fließgeschwindigkeit">Fließgeschwindigkeit</a> vorhanden ist. Sie gehören zu den <a href="Binnengew%C3%A4sser" title="Binnengewässer">Binnengewässern</a>, ihnen stehen die <a href="Flie%C3%9Fgew%C3%A4sser" title="Fließgewässer">Fließgewässer</a> gegenüber. Nicht zu den Stillgewässern gehören die <a href="Ozean" title="Ozean">Ozeane</a> und <a href="Meer" title="Meer">Meere</a>.
</p><p>Innerhalb der <a href="Hydrologie" title="Hydrologie">Hydrologie</a> beschäftigt sich die <a href="Limnologie" title="Limnologie">Limnologie</a> mit stehenden und fließenden Gewässern, primär <a href="S%C3%BC%C3%9Fwasser" title="Süßwasser">Süßgewässern</a>, aber auch Sonderformen saliner Binnengewässer (wie Salzwasserseen), die nicht unter die <a href="Meereskunde" title="Meereskunde">Meereskunde</a> fallen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klassifizierung">Klassifizierung</h2></div>
<p>Wichtige Kriterien zur Unterscheidung von Stillgewässern sind deren Größe, die Tiefe, die Wasserführung sowie die Entstehungsweise. In Bezug auf die Tiefe unterscheidet man zwischen:
</p>
<ul><li><i><a href="See" title="See">Seen</a></i>, die über eine ausreichende Tiefe verfügen, damit sich eine <a href="Temperaturschichtung" title="Temperaturschichtung">Temperaturschichtung</a> entwickeln kann, die über längere Zeit bestehen bleibt und nur wenige Male pro Jahr umgeschichtet werden kann. Dies ist in der Regel ab etwa 8 bis 10 m Tiefe der Fall. Pflanzenbewuchs ist nur im Uferbereich (<a href="Litoral" title="Litoral">Litoral</a>) möglich.</li>
<li><i>Flachgewässer</i>, deren Wasserkörper häufig umgeschichtet wird, manchmal sogar täglich. Die Flachgründigkeit hat zur Folge, dass Schwimmpflanzen mit ihren Wurzeln den Grund erreichen und theoretisch die ganze Wasseroberfläche besiedeln können. Bei der Unterscheidung verschiedener Flachgewässer sind die Kriterien der Wasserführung und der Entstehungsweise wichtig:
<ul><li><i><a href="Weiher_(Gew%C3%A4sser)" title="Weiher (Gewässer)">Weiher</a></i> sind Flachwasserseen mit oder ohne ständige Wasserführung. Sie können ohne bauliche Maßnahmen bzw. Pumpeneinsatz nicht trockengelegt werden. Sehr große Weiher werden auch Flachseen genannt, solche mit einer kleinen Wasseroberfläche zählt man zu den Kleinweihern.</li>
<li><i><a href="T%C3%BCmpel" title="Tümpel">Tümpel</a></i> sind flache, periodisch austrocknende Wasseransammlungen mit natürlicherweise stark schwankenden Wasserständen ohne Wasserführung bzw. Ablauf. Sie können natürlichen oder menschlichen Ursprungs sein.</li>
<li><i>Lachen, Laken oder <a href="Pf%C3%BCtze" title="Pfütze">Pfützen</a></i> sind episodisch wasserführend.</li>
<li><i><a href="Teich" title="Teich">Teiche</a></i> sind von Menschen geschaffene Gewässer, deren Wasserstand meist künstlich regulierbar ist, so dass ein Teich auch zeitweise trockengelegt sein kann.</li>
<li><i><a href="S%C3%B6ll_(Teich)" class="mw-redirect" title="Söll (Teich)">Sölle</a></i> sind <a href="Eiszeitalter" title="Eiszeitalter">eiszeitlich</a> bedingt entstandene Weiher oder Tümpel aus ehemaligem <a href="Toteis" title="Toteis">Toteis</a>, in Nordostdeutschland auch <i>Pfuhle</i> genannt.</li>
<li><i>Altarme</i> und <i><a href="Altwasser_(Fluss)" title="Altwasser (Fluss)">Altwasser</a></i> sind abgeschnürte <a href="M%C3%A4ander" title="Mäander">Mäander</a>, wobei beim Altwasser keine Verbindung mehr zum Fluss besteht.</li></ul></li></ul>
<p>Stillgewässer können auch aufgrund der Größe unterschieden werden. Gebräuchliche Kategorien sind:<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><i>Kleinstgewässer</i> wie Pfützen, Lachen etc. sind nur bis zu einigen Quadratmetern groß.</li>
<li><i>Kleingewässer</i> (Tümpel, Teiche, Kleinweiher) haben eine Oberfläche, die bis zu etwa 1 ha groß ist.</li>
<li><i>Großgewässer</i>, zu denen Seen und große Teiche gehören, sind größer als ca. 1 ha.</li></ul>
<p>Die Grenzwerte stellen lediglich eine nützliche Orientierungshilfe für die Praxis dar.
</p><p>Die biologische Qualität von Stillgewässern wird anhand des <a href="Trophiensystem" class="mw-redirect" title="Trophiensystem">Trophiensystems</a> in Trophiestufen eingeteilt. Das bei Fließgewässern angewandte <a href="Saprobiensystem" title="Saprobiensystem">Saprobiensystem</a> ist aufgrund der unterschiedlichen biologischen Zonierung nicht geeignet.
</p><p>Formen von Stillgewässern sind auch künstlich angelegte Teiche, Weiher oder Seen, die besonderen Nutzungen wie der Fischzucht, dem Bergbau oder Badezwecken dienen. Auch geflutete <a href="Kiestagebau" title="Kiestagebau">Kiesgruben</a>, <a href="Lehmkuhle" title="Lehmkuhle">Lehmgruben</a> und <a href="Tagebaurestloch" title="Tagebaurestloch">Tagebaurestlöcher</a> zählen dazu. Sie alle weisen veränderte Lebensbedingungen und entsprechende <a href="Bioz%C3%B6nose" title="Biozönose">Biozönose</a> auf.
</p><p>Nicht süßwassergefüllte Stillgewässer sind <i><a href="Salzsee" title="Salzsee">Salzseen</a></i> und <i>-<a href="Salzlacke" title="Salzlacke">lacken</a></i> oder solche mit gänzlich verändertem Chemismus wie <i><a href="S%C3%A4uresee" title="Säuresee">Säureseen</a></i> aller Art. Im Grenzbereich der Limnologie mit der Ozeanologie liegen küstennahe (litorale) Gewässer, wie die <i><a href="Lagune" title="Lagune">Lagunen</a></i>, die oft ebenfalls eine andere <a href="Salinit%C3%A4t" title="Salinität">Salinität</a> haben als das angrenzende offene Meer. Im Schnittgebiet zu den <a href="Grundwasser" title="Grundwasser">Grundwasser</a>-Wissenschaften liegen <i><a href="Quelltopf" class="mw-redirect" title="Quelltopf">Quelltöpfe</a>, <a href="Unterirdischer_See" class="mw-redirect" title="Unterirdischer See">Höhlenseen</a></i> und andere unterirdische Sonderformen. Im Grenzbereich zur <a href="Feuchtgebiet" title="Feuchtgebiet">Feuchtgebiets</a>forschung liegen Erscheinungen wie <i><a href="Bl%C3%A4nke" class="mw-redirect" title="Blänke">Blänken</a></i>, <i><a href="V%C3%A4t" title="Vät">Väte</a></i> und <i><a href="Alvarsee" title="Alvarsee">Alvarseen</a></i>, Tümpel- und Lacken-Netzwerke, oder <a href="%C3%9Cberschwemmung" title="Überschwemmung">Überschwemmungszonen</a>. Stehendes Wasser auf <a href="Gletscher" title="Gletscher">Gletschern</a> und antauendem <a href="Permafrost" title="Permafrost">Permafrost</a> untersucht auch die <a href="Glaziologie" title="Glaziologie">Glaziologie</a> als Wasserwissenschaft. Heiße Seen und Flachgewässer stellen einen Sonderzweig in Kontakt mit der <a href="Vulkanologie" title="Vulkanologie">Vulkanologie</a> dar, dazu gehören auch viele übersäuerte Stillgewässer.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ökosysteme"><span id=".C3.96kosysteme"></span>Ökosysteme</h2></div>
<p>Abhängig von Größe, Bewirtschaftung und ihren weiteren Eigenschaften weisen die <a href="%C3%96kosystem" title="Ökosystem">Ökosysteme</a> der verschiedenen Stillgewässer mehr oder weniger Ähnlichkeiten mit dem „<a href="%C3%96kosystem_See" title="Ökosystem See">Ökosystem See</a>“ auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ökologischer_Zustand"><span id=".C3.96kologischer_Zustand"></span>Ökologischer Zustand</h2></div>
<p>Der <a href="%C3%96kologie" title="Ökologie">ökologische</a> <a href="Richtlinie_2000/60/EG_(Wasserrahmenrichtlinie)#„Guter_Zustand“" title="Richtlinie 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie)">Zustand von Fließ- bzw. Oberflächengewässern</a> (wie von <a href="Grundwasser" title="Grundwasser">Grundwasser</a>) wird in der <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäischen Union</a> (EU) nach der <i><a href="Richtlinie_2000/60/EG_(Wasserrahmenrichtlinie)" title="Richtlinie 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie)">Richtlinie 2000/60/EG</a></i> (EU-Wasserrahmenrichtlinie, WRRL) nach verschiedenen Kriterien analysiert und nach fünf Graden eingeteilt: „sehr gut“, „gut“, „mäßig“, „unbefriedigend“, „schlecht“.<sup id="cite_ref-bmnt.gv.at_Wasser_Umweltziele_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-bmnt.gv.at_Wasser_Umweltziele-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-umweltbundesamt.de_Sibylle_Wilke_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-umweltbundesamt.de_Sibylle_Wilke-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Moorauge" title="Moorauge">Moorauge</a></li>
<li><a href="Seentherapie" title="Seentherapie">Seentherapie</a></li>
<li><a href="Stiller_See" title="Stiller See">Stiller See</a>, <a href="Stilles_Wasser" class="mw-redirect" title="Stilles Wasser">Stilles Wasser</a></li>
<li><a href="%C3%9Cbereinkommen_zum_Schutz_und_zur_Nutzung_grenz%C3%BCberschreitender_Wasserl%C3%A4ufe_und_internationaler_Seen" title="Übereinkommen zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen">Übereinkommen zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen</a></li>
<li><a href="Woog" title="Woog">Woog</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Dieter Glandt: <i>Praktische Kleingewässerkunde</i>. Laurenti Verlag, Bielefeld 2006, ISBN 3-933066-28-X.</span>
</li>
<li id="cite_note-bmnt.gv.at_Wasser_Umweltziele-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-bmnt.gv.at_Wasser_Umweltziele_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20180405024257/https://www.bmnt.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/plan_gewaesser_ngp/umsetzung_wasserrahmenrichtlinie/umweltziele.html"><i>Umweltziele - der gute Zustand für unsere Gewässer, bmnt.gv.at.</i></a> Archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=https%3A%2F%2Fwww.bmnt.gv.at%2Fwasser%2Fwasser-oesterreich%2Fplan_gewaesser_ngp%2Fumsetzung_wasserrahmenrichtlinie%2Fumweltziele.html">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">5. April 2018</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 4. April 2018</span>.</span> <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/https://www.bmnt.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/plan_gewaesser_ngp/umsetzung_wasserrahmenrichtlinie/umweltziele.html">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bmnt.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/plan_gewaesser_ngp/umsetzung_wasserrahmenrichtlinie/umweltziele.html">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmnt.gv.at</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AStillgew%C3%A4sser&rft.title=Umweltziele+-+der+gute+Zustand+f%C3%BCr+unsere+Gew%C3%A4sser%2C+bmnt.gv.at&rft.description=Umweltziele+-+der+gute+Zustand+f%C3%BCr+unsere+Gew%C3%A4sser%2C+bmnt.gv.at&rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20180405024257%2Fhttps%3A%2F%2Fwww.bmnt.gv.at%2Fwasser%2Fwasser-oesterreich%2Fplan_gewaesser_ngp%2Fumsetzung_wasserrahmenrichtlinie%2Fumweltziele.html&rft.source=https://www.bmnt.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/plan_gewaesser_ngp/umsetzung_wasserrahmenrichtlinie/umweltziele.html"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-umweltbundesamt.de_Sibylle_Wilke-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-umweltbundesamt.de_Sibylle_Wilke_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Sibylle Wilke: <cite style="font-style:italic">Ökologischer Zustand der Fließgewässer</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Umweltbundesamt</cite>. 18. Oktober 2013 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/fliessgewaesser/oekologischer-zustand-der-fliessgewaesser#textpart-2">umweltbundesamt.de</a> [abgerufen am 4. April 2018]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Stillgew%C3%A4sser&rft.atitle=%C3%96kologischer+Zustand+der+Flie%C3%9Fgew%C3%A4sser&rft.au=Sibylle+Wilke&rft.btitle=Umweltbundesamt&rft.date=2013-10-18&rft.genre=book" style="display:none"> </span></span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4313119-0">4313119-0</a></span> </div>
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